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Elterninformation zur aktuellen Situation

Liebe Eltern,

wie Sie bereits über mehrere Kanäle erfahren konnten, sah sich der Vorstand des Vereins einem Rechtsstreit ausgesetzt. Da es sehr viele Fragen und auch Gerüchte zu der Situation gibt, ist es uns ein Anliegen, Sie zu informieren.

Nachdem im März die Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten verordnet wurde, hatten wir seitdem immer wieder mit vielen Ausnahmesituationen zu tun. Zu jeder Zeit gab es strikte Vorgaben des Landes durch Eindämmungsverordnungen und durch Erlasse des Landkreises, zur Betreuung Ihrer Kinder. Mit den Verordnungen wurden Personenkreise definiert, die einen Anspruch auf Notbetreuung hatten. Zudem wurden allerdings auch Personen definiert, die dies nicht in Anspruch nehmen durften und ein Betretungsverbot zu den Gemeinschaftseinrichtungen hatten.

 

In dem Fall, der momentan durch die Presse geht, hatten wir ein vorliegendes Betretungsverbot. Die betreffende Person, eine alleinerziehende Mutter, ist in leitender Stellung in der „Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZASt)“ in Halberstadt tätig. Da es durch die Tätigkeit Kontakte zu nachweislich infizierten Klienten der Aufnahmestelle gab, hatte der Vorstand des Kinderhauses die Aufgabe eine Risikoeinschätzung, lt. den Definitionen des Robert-Koch Instituts, vorzunehmen. Dies geschah mehrfach und stets gewissenhaft. Nach den Definitionen fiel, nach Einschätzung des Vorstandes, sowohl die Betreuungsperson, als auch das Kind mindestens in die Kategorie II der Kontaktpersonen. Damit war die Betreuung, auch innerhalb der Notbetreuung, ausgeschlossen und die Einrichtung durfte nicht betreten werden. Unsere Einschätzung zur Mutter des Kindes wurde auch zuletzt am 05.05.2020 durch ihren Arbeitgeber, den Landkreis und Frau Dr. Holler des Gesundheitsamtes, bestätigt.

 

Besonders bedauerlich sind allerdings die nun formulierten Vorwürfe, die in den Medien und durch die Politik laut werden. Hier ist z.B. Herr Andreas Steppuhn (MdL, SPD) mehrfach, mit unvollständiger Darstellung des Sachverhaltes, in Erscheinung getreten. Er hat sich weder im Vorfeld, noch bis heute unsere Entscheidungsgrundlage angehört.

 

Der Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung lässt vermuten, dass wir eine Kündigung ausgesprochen haben, die im Zusammenhang mit der Arbeitsstelle der Mutter stünde. Es gibt mittlerweile Gerüchte, es gäbe einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Diese Vorwürfe sind ungeheuerlich und entsprechen in keiner Weise unserer Haltung oder sind Grund für die Entscheidung. Die Kindesmutter hatte es leider versäumt, uns über den Kontakt zu infizierten Personen während ihrer Tätigkeit in Kenntnis zu setzen. Da sie in leitender Stellung in der ZASt tätig ist, ist deutlich davon auszugehen, dass es eine ausreichende Kenntnis über die Verordnung und das bestehende Betretungsverbot gab. Durch eine zufällige Äußerung des Kindes wurden wir auf die Situation aufmerksam und sahen uns zum Handeln aufgefordert. Auch die Äußerung des Kindes, es hätte seine Mama bei einem Notfall mit auf die Arbeit begleitet, ließ uns große Sorge haben. Mit diesem Verhalten sahen wir ein hohes Infektionsrisiko für alle Beteiligten. Daher beendeten wir unverzüglich die Notbetreuung für das Kind und begründeten dies mündlich und schriftlich. Jederzeit war dabei die Eindämmungsverordnung und die darin festgelegten Rahmenbedingung unsere Handlungsleitlinie. Durch die fehlenden Informationen seitens der Mutter und die im weiteren Verlauf entstandene Auseinandersetzung wurde unser Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt. Aus diesem Grund entschied der Vorstand des Vereins die Kündigung auszusprechen.

 

Wir bedauern diese Entwicklung selbstverständlich und sehen dies als absolute Ausnahmesituation. Dennoch möchten wir unterstreichen, dass wir die Verantwortung für mehr als 130 Kinder und 25 Kolleginnen und Kollegen tragen. Zu Zeiten der Notbetreuung waren etwa 60 Kinder im Kinderhaus angemeldet und deren Eltern und Familien in systemrelevanten Berufen, auf die Notbetreuung angewiesen. Eine derartige Gefährdung, wie sie oben beschrieben ist, waren wir nicht nur nicht bereit zu tragen, sie war uns durch die Landesverordnung auch verboten.

 

Auch zukünftig werden für uns das Allgemeinwohl und der Schutz der Kinder an erster Stelle stehen.

 

Die Dinge die momentan in die Öffentlichkeit gestellt werden, sind unangemessen und beschädigen die wertvolle und qualifizierte Arbeit, die durch die Kolleginnen im Kinderhaus geleistet werden. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unserem Team bedanken und ein Lob für die wunderbare Arbeit aussprechen. Auch Ihnen, liebe Eltern, möchten wir für das Vertrauen danken, das Sie uns immer wieder entgegen bringen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Der Vorstand


Wir sind stolz, Kinderhaus-„Kinder“ zu sein

Die Gemeinschaft im Christlichen Kinderhaus ist geprägt von Ehrlichkeit, Vertrauen und gegenseitiger Nächstenliebe und diese ist über Jahre gewachsen. Es ist wichtig für uns Eltern zu wissen, dass es dem eigenen Kind gut geht, dass es entsprechend der eigenen Werte und Vorstellungen sowie der notwendigen Achtsamkeit „erzogen“ wird. Man gibt den wichtigsten Teil seines Lebens für Stunden in andere Hände und da möchte man vertrauen können. Ist diese Vertrauensbasis aufgrund von Zweifeln an Entscheidung nicht mehr gegeben, dann sollte die Gemeinschaft aufgelöst werden, ohne mit Steinen zu werfen. Ich denke, es sollte im Sinne eines jeden Elternteils sein, egal, ob systemrelevant oder nicht, nicht nur die Gesundheit des eigenen Kindes, sondern auch die der anderen Kinder und Erzieher zu schützen. Da nachweislich in der ZAST eine hohe Zahl an Corona positiv getesteten Menschen vorlag, ist es völlig richtig, ein Kind, dass auch nur in die Nähe und sei es im Büro von positiv getesteten gelangt ist, nicht in das Christliche Kinderhaus aufzunehmen. Da es sich um eine Tröpfcheninfektion mit einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen handelt, kann also eine Infektion nie 100% ausgeschlossen werden. Systemrelevant hin oder her, es zeugt von reinem Egoismus dann auf sein Recht zu beharren. Auch wenn man nur Sozialarbeiter koordiniert, kommen die Kollegen mit den Bewohnern der ZAST in Kontakt. Natürlich gelangt man als alleinerziehende Mutter an seine Grenzen. Ich denke diese haben wir alle in den Hochzeiten der Pandemie erreicht, gerade weil eine Unterstützung durch Großeltern oder Freunde fehlte aber umso wertvoller sollte man die Arbeit und die Schutzfunktion der Erzieher einschätzen. Umso mehr sollte man dankbar sein, dass alle Kinder mit dem vollen Gesundheitsschutzbedacht worden. Daher finde ich es beschämend, dass Sie Herr Stepphuhn diese Möglichkeit nutzen, um sich zu äußern. War es nicht im Sinne der Politik Kinder als mögliche Virusüberträger zu „isolieren“ um ein weiteres Ausbreiten einer Pandemie zu verhindern? Zählt dazu kein Kind, dass sich in einer Einrichtung aufhielt, indem mit die größte positiv getestete Zahl an Corona-Infektionen vorlag. Hätten Sie gewollt ihr gesundes Kind in eine Einrichtung zu bringen mit diesem Wissen, mit dieser Unsicherheit ob nicht vielleicht doch eine Übertragung vorlag? Auf einen fahrenden Zug aufzuspringen ohne sich selbst ein Bild vom Christlichen Kinderhaus und seinen Mitarbeitern gemacht zu haben, finde ich, für einen Mann in ihrer Position sehr fragwürdig. Sowohl die Leitung als auch der Vorstand des Christlichen Kinderhauses haben mit der nötigen Gewissenhaftigkeit, Sorgsamkeit sowie zum Schutz aller anderen Kinder (von systemrelevanten Eltern und Erziehern) entschieden. Diese Entscheidung ist sicherlich keinem leicht gefallen, denn jedes Kind liegt den Erziehern am Herzen und wird mit seinen Schwächen und Stärken akzeptiert und gefördert als wäre es das Eigene. Ich persönlich, bewundere diese Entscheidung sehr und finde sie zu 100% richtig. Ich bin dankbar meine Kinder in so einer tollen Einrichtung zu haben, der ich zu 100% vertraue. Von so viel Engagement und Sorgfalt wie es in dieser Einrichtung gibt, sollte sich mancher Politiker eine Scheibe abschneiden. Wir sind sehr froh, dass unsere Tochter Lilly wieder in das Christliche Kinderhaus darf und da genauso umsorgt, geschützt und von der Schule abgeholt wird, wie wenn wir es tun würden. Für uns ist das Christliche Kinderhaus ein Stück Familie geworden und wir sind stolz Kinderhaus „Kinder“ zu sein.

 

Familie Schuster /Schröder


"Ich mag dich so, wie du bist.

Ich vertraue auf deine Fähigkeiten.

Wenn du mich brauchst, bin ich da.

Versuch es zunächst einmal selbst."

 

Maria Montessori